Kärnten – Land mit einer 1100 alten Weintradition erleben

Das südlichste österreichische Bundesland Kärnten ist mit seinen bedeutenden Wintersportgebieten, vor allem aber mit seinen inmitten einer alpinen Naturlandschaft liegenden zahlreichen Seen eine beliebte Urlaubsregion, die im Jahr 2012 über 12,5 Millionen Übernachtungen zählte. Sehenswürdigkeiten wie der im 12. Jahrhundert errichtete Dom zu Gurk, Burg Hochosterwitz sowie das Benediktinerstift Millstatt laden zu einem Besuch Kärntens ein. Kärnten ist jedoch auch ein traditionsreiches, wenngleich nicht überall bekanntes Weinanbaugebiet. 

Seit über 1.100 Jahren werden in Kärnten Weinreben angebaut. Erwähnung findet Weinanbau im 64 Kilometer langen und 1.000 Quadratkilometer umfassenden Lavanttal, das sich im Osten Kärntens erstreckt, erstmals im Jahr 888. Geistliche Zentren sorgten im Hochmittelalter für eine Verbreitung der Kärntner Weinerzeugung, die damals vorwiegend der Herstellung von Messwein diente. Im 18. Jahrhundert wird von Weingärten mit 130 Hektar Fläche berichtet. Berühmt wurde der Sittersdorfer Wein, der sogar nach Spanien und in die Toskana exportiert wurde. Die im Stadtwappen von Sittersdorf enthaltene Weintraube weist auf die wirtschaftliche Bedeutung hin, die der Weinbau für die Region bis in das 19. Jahrhundert besaß. 

Wein aus Kärnten ist heute eine besondere Spezialität. Der professionelle Anbau vor allem weißer, aber auch roter Rebsorten wurde erst im Jahr 1972 wieder aufgenommen und umfasst heute eine Rebenfläche von 30 Hektar, die von 120 Winzern bestellt werden. Etwa 35 Kärntner Winzerbetriebe erzeugen Spitzenqualitäten, die einer strengen Prüfung durch den im Jahr 2002 gegründeten Landesweinbauverband Kärnten unterliegen, der halbjährliche Selektionsverkostungen vornimmt. Jährlich 30.000 Flaschen werden derzeit mit Sauvignon Blanc, Chardonnay, Grau- und Weißburgunder, Rheinriesling, Pinot Noir und Blauem Zweigelt befüllt. Schon in wenigen Jahren soll die wachsende Kärntner Weinerzeugung bereits wieder 100.000 Flaschen erreichen. 

Zu den wichtigsten Kärntner Weinanbaugebieten zählen das im Rebenanbau traditionsreiche Lavanttal, das über einen Weinlehrpfad verfügt, das im Süden Kärntens befindliche Trixnertal sowie Feldkirchen-Ossiachersee. Oberhalb des Wörthersees befindet sich eine 1,2 Hektar große, 2.600 Rebstöcke umfassende Weinanbaufläche der Stadt Klagenfurt. Die stärksten Zuwächse an Rebenflächen verzeichnen jedoch – nach jahrhundertelanger Unterbrechung des Weinanbaus – die Weinregionen St. Veit an der Glan und Längssee. 

Wer ausgezeichnete Kärntner Weine genießen möchte, der findet dazu Möglichkeiten in manchem Weinhotel in Kärnten, das seinen Weinkeller mit den landeseigenen Rebensäften aufgewertet hat.

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